Einsätze bis 1990

 

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10.07.1901

Altstadt von Pleystein

ein Raub der Flammen

Am 10.07.1901 um 11.20 Uhr brach in der Grabenmühle, Hs-Nr. 21, [Stadtgraben Ost 5] Feuer aus. Ein starker Ostwind setzte die Altstadt in Brand. Die Flammen ergriffen bald die südliche Seite des Marktplatzes. Pleystein mit dem brennenden Kreuzberg glich einer Riesenfackel. Augenzeugen des Unglücks erinnern sich noch heute mit Schrecken des gewaltigen Brausens, das das Feuermeer verursachte. Am Nachmittag hatten die Flammen von der Pfarrkirche bereits auf den Turm übergegriffen. Abends um 21.00 Uhr wurde zum letzten Mal die Ave-Glocke geläutet; ein ergreifender Abschied für die sterbende Stadt. Nachts um 02.30 Uhr des 11. Juli fiel der Glockenstuhl, Gebälk und Dach mit großem Getöse in die Tiefe. Durch den Brand wurden 72 Haupt- und 78 Nebengebäude vernichtet, beide Kirchen und der Pfarrhof. 102 Familien wurden obdachlos.

Einen Stimmungsbericht vom Brandtage gibt das Telegramm, das Bezirksamtmann Müller am 10. Juli um 19.05 Uhr an das Bayerische Staatsministerium des Innern in München sandte:

 

"Heute Mittag 12 Uhr Brand in Pleystein ausgebrochen, welcher 71 Hauptgebäude und 78 Nebengebäude, sowie Pfarrkirche, die Wallfahrtskirche und den Pfarrhof einäscherte. - Jammer und Elend unbeschreiblich. - Recht ergiebige Hilfe dringendst geboten. Befinde mich seit Ausbruch des Brandes am Brandplatze, habe alle nötigen Sicherheitsvorkehrungen getroffen, so dass der Brand voraussichtlich keine weitere Ausdehnung nehmen wird. Ich weiche nicht vom Brandplatz bevor nicht alles in Ordnung ist. Auf meine Veranlassung werden noch heute in Vohenstrauß, Waidhaus und Eslarn Lebensmittel und Futtervorräte gesammelt und hierher geschickt. Heute Abend, wenn alle Gefahr beseitigt, werde ich Hilfskomitee bilden und für Unterkunft und Verpflegung der Abgebrannten sorgen. - Ausführlichen Bericht kann ich noch nicht erstatten, da ich absolut unabkömmlich bin. Um Genehmigung einer Sammlung muss ich ebenfalls bitten, desgleichen um entsprechende Erhöhung des Zuschusses für die nahezu vollendete Wasserleitung."

Quelle: Staatsarchiv Amberg / Bez.Amt Vohenstrauß Nr. 4032

21 Feuerwehren kämpften in pausenlosem Einsatz gegen die Flammen. Viele persönliche Opfer wurden von den Feuerwehrmännern gebracht. Die Feuerwehr von Neulosimtal brachte ihre Spritze im Mannschaftszug bis zum Hagenhaus. Von dort brachte sie der Besitzer, Johann Herrmann, mit 2 Pferden nach Pleystein.

Die Obdachlosen wurden im Armenhaus und in der Friedhofskapelle untergebracht. Ein Teil verbrachte die Nacht auf freiem Felde. Da der Stallraum nicht ausreichte, wurde das Vieh auf die umliegenden Dörfer bis nach Reinhardsrieth verteilt.

Nicht vergessen darf man die Hilfsbereitschaft der Bürger von Vohenstrauß und Weiden; große Mengen von Lebensmitteln und Kleidern wurden nach Pleystein geliefert. Vohenstrauß schickte in den ersten Tagen 317 Laibe Brot in die Stadt, um die größte Not zu lindern.

Das Hilfskomitee arbeitete mit viel Idealismus und mobilisierte alle Hilfsquellen. Die Gesamtspenden betrugen 172.812,32 MARK. Ein Wohltätigkeitskonzert in München erbrachte den Betrag von 1.810 MARK. Anna v. Lutz, die Gemahlin des Oberpfälzischen Regierungspräsidenten organisierte eine Hilfsaktion unter den Frauenvereinen vom Roten Kreuz, die ungewöhnlichen Erfolg verzeichnen konnte.

Quelle: Staatsarchiv Amberg / Kammer des Innern Nr. 13713

 



Das Bild zeigt die abgebrannten Häuser unterhalb des Kreuzberges.

Das Bild zeigt die abgebrannte Kreuzbergkirche.

Diese Anteilnahme an dem Unglück gab den Pleysteinern wieder den Mut und man ging mit Eifer an den Wiederaufbau. Am 27.07.1901 berichtete der Regierungsrat Loibl, dass man mit Tatkraft bei dem Abräumen der Brandstätten ist und auf 2 Städeln schon wieder ein neuer Dachstuhl gesetzt wurde.

Der Schaden an Immobilien belief sich auf 36.000 Mark, Mobilien 16.000 Mark, durch Brandversicherung waren 22.000 Mark gedeckt.

Als Brandursache versuchte man nachträglich Blitzschlag anzunehmen. In Wirklichkeit hatte eine Frau Butter ausgelassen. Weil die Pfanne zu heiß wurde, fing sie Feuer. Die Frau warf die brennende Pfanne vor das Haus, wo ein Haufen Stroh und Reisig lagen, die sofort Feuer fingen, das sich schnell ausbreitete.

Quelle: Stadtarchiv Pleystein; Chronik der Stadt Pleystein

 

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20.04.1907

Wohnhausbrand

Im Haus des Schleifwerkbesitzers Rappl, Hs-Nr. 94, [Neuenhammerstraße 6] brach am 20.04.1907 nachts um 23.15 Uhr Feuer aus, das sich nach Süden ausbreitete. Erstmals konnte man die neue Hochdruckwasserleitung im praktischen Einsatz erproben und sie bewährte sich gut. - Die Anwesen Hs-Nr. 90, 93 und 94 verbrannten mit Nebengebäuden; von Hs-Nr. 89 und 51 wurden die Nebengebäude vernichtet.

Quelle: Chronik und Festschrift der FF Pleystein

1918

Scheunenbrand

Der Stadel beim Anwesen Hs-Nr. 45 (Hafner) [Altstadt 8] brannte vollkommen nieder.

Quelle: Chronik und Festschrift der FF Pleystein

1929

Brand eines Wohngebäudes

Das Anwesen Hs-Nr. 20 (Josef Friedl) [Stadtgraben Nord 17] brannte nieder.

Quelle: Chronik und Festschrift der FF Pleystein

1933

Scheunenbrand

Der Stadel beim Anwesen Hs-Nr. 110 (Schreyer) [Steingasse 26] brannte ab.

Quelle: Chronik und Festschrift der FF Pleystein

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