Samstag, 29.06.2019

ab 20 Uhr

gipfelstuermer header

Wer in der letzten Zeit irgendwann mal durch die Oberpfalz, Oberbayern, Mittel- und Oberfranken gefahren ist, hat sicher einen Namen gelesen: Gipfelstürmer. Man sieht ihn auf Plakaten an Bäumen, an Straßenschildern, an der Tür beim Bäcker und auch immer auf diesen riesigen Plakatständern, die am Ortseingang vom örtlichen Jubelverein in die Wiese genagelt wurden, um auf das 125-jährige Jubiläum der Freiwilligen Feuerwehr, der Landjugend oder des Sportvereins hinzuweisen. Egal, was das Bier und der Schnaps kostet, ob jemand Wichtiges von der CSU, SPD, den Grünen oder ein anderer Großkopferter eine Rede hält oder nicht, die Gipfelstürmer sind als alleiniges Zugpferd stark genug, um ein Bierzelt zwischen Predlfing und Unterirading mit feierwütigen Oberpfälzern und sonstigen Bajuwaren zu füllen.


Dabei verstehen unsere sechs feschen Gipfelstürmer Jörg alias MC Schoos, Harry, Andi, David feat. Korbinian, Tobias und Thomas bei so manchem Auftritt selbst die Welt nicht mehr. Schon beim ersten Akkord stehen die mit Dirndl und Lederhose bewaffneten jungen Leute oftmals auf den Bänken. Das Geheimrezept der sympathischen Oberpfälzer besteht doch lediglich darin, Volksmusik mit zeitgemäßen Beats zu mixen. „Volksmusik und Rock passt des zamm?“ fragen so manche Traditionalisten. Nach dem Besuch eines Auftritts der Bauernkapelle Gipfelstürmer ist klar: Es passt, und wie!


Doch wie lässt sich das Kuriosum erklären? Im ganzen Bayernland kann man schon seit längerem einen neuen Trend erkennen: Tradition! Tradition! Tradition! Mut zum Dialekt! Mut zur Lederhose, Mut zur Volksmusik! Kurz und knackig:
Back to the Roots. Die frische und spritzige, einfach authentisch vorgetragene Volxmusik der Gipfelstürmer passt dazu wie die berühmte Faust aufs Auge.


Der Ursprung der Gipfelstürmer liegt mittlerweile schon erstaunliche 15 Jahre zurück. Mitte der 90er Jahre begeisterten sie ein vorrangig älteres Publikum mit originalen altbairischen Volksmusik-Hits wie Schattberg Landler, Rangler Polka oder Pinzgauer Tanzei. Der Erfolg war damals schon überwältigend, hatte aber einen Schönheitsfehler: Die Groupies hatten ein Durchschnittsalter von 61,5 Jahre. Als dann auch beim Jüngsten (Harry) die Schambehaarung zunahm, entschied man sich für eine Frischzellenkur: Die Volxmusik war geboren.
Seitdem bedient die Bauernkapelle jedes Alter und jede Zielgruppe gleichermaßen (z.B. Zitat Professor G. – im „preißischen“ Dialekt: „Na Jungens, Ihr riskiert da awa eene kesse Lippe“). Von der Großmutter bis zum Krocha (Fix Oida), vom Hebamerer Max aus Batzhausen bis zur Monique aus Köstlbach. Summa summarum – Alle die Lust auf eine ungepflegte Feier haben, werden vom charismatisch, urig einzigartigem Oberfrontman Jörg alias „Bauern Schoos“ zu
emotionalen Höchstleistungen inspiriert („Seids freindlich hob i gsogt“).


Bei den Gipfelstürmern rocken und schunkeln alt und jung gemeinsam. Traditionelle Instrumente wie Steirische Harmonika oder Helikon-Basstuba werden mit einer schreienden Stromgitarre und einem groovenden Schlagzeug kombiniert. Auf dem Gebiet der Musik erfüllt die Bauernkapelle somit längst das halbwegs geistreiche Bonmot eines ehemaligen bayrischen Ministerpräsidenten: Laptop & Lederhosen.

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